Ein Traum von Cocktail

Ich befinde mich gerade im Urlaub auf der wunderschönen Insel Ibiza. und in den kommenden Wochen werde ich mir einen Traum erfüllen. Es nicht so sehr mein persönlicher Traum als vielmehr ein Traum, den die meisten Menschen aus den westlichen Industrieländern teilen: Es ist der Traum mit einem Cocktail in der Hand am Strand zu liegen.

„I’m tellin’ you / that science has proven / that heartaches are healed by the sea”, singt der amerikanische Countrystar Garth Brooks, um uns kurz darauf zu erklären: „Troubles I forgot ‘em / I buried ‘em in the sand / So bring me two pina coladas”.

Luxus

Luxus – Lateinisch für 1. üppige Fruchtbarkeit; 2. Pracht, überflüssiger Aufwand; 3. Üppigkeit, Ausschweifung, Sittenlosigkeit.

Gestern glitt mein Blick zufällig über den kleinen Hängeschrank an unserer Wohnzimmerwand. Ich stellte fest, dass sich die Vielfalt meiner Tabaksammlung während der letzten Monate deutlich erhöht hatte.

Was war geschehen? War ich gierig geworden? Hatte mich die Verschwendungssucht, die „Ausschweifung“, die „Sittenlosigkeit“, gepackt? Oder war ich überraschend zu Geld gekommen?

Nun ja, zumindest Letzteres kann ich aufrichtig verneinen. Dennoch ist nicht von der Hand zu weisen, dass ich über eine erstaunliche Auswahl an Pfeifentabaken verfügte. Also: Was ist da los?

Kunst, Genuss und Kunstgenuss

Zur DNA der schönen Künste wie Musik, Dichtung und Malerei gehört ein Dilemma. Entweder man ist der Überzeugung, es gebe ein objektiv gültiges Kriterium für gute und damit im klassischen Sinn schöne Kunst. Oder man bezweifelt die Existenz dieses Kriteriums und erklärt Kunst zur Sache des subjektiven Geschmacks.

Im ersten Fall gerät man schnell in die Verlegenheit, das vermeintlich objektive Kriterium auch benennen zu müssen. Und das haut freilich so gut wie nie hin. Entweder man beruft sich auf Instanzen, die etwas zu sagen haben, wie anerkannte Kritiker oder berühmte Künstler, oder man flüchtet sich in die Ideologie. Schön ist dann, was die Ideologie politisch unterstützt. Ein wirklich objektives Kriterium aber hat noch niemand gefunden, oder?

Die rote Corvette

Nach einer schweren Bronchitis und fast drei Wochen Rauchpause habe ich mich am Samstag das erste Mal wieder an die Pfeife getraut. Und prompt kam eine alte Bekannte in einem roten Auto angerauscht, die ich lange nicht gesehen hatte. Auch, weil ich sie nicht hatte sehen wollen. Aber ich will Euch alles von Anfang an erzählen. Und angefangen hat alles mit einem Tabak.

Der Summertime 2013 von Peterson

Ceci n’est pas une pipe

Irgendwann in der letzten Woche – es muss Montag oder Dienstag gewesen sein – fand ich beim Aufräumen eine Weihnachtskarte im Bücherregal, die mir mein lieber Freund Marcel letztes Jahr geschickt hatte. Nun ja, ich gebe zu, das Motiv ist ungewöhnlich und ganz und gar nicht typisch für eine Weihnachtskarte. Aber Ihr könnt mir ruhig glauben: Es ist wirklich eine. Sogar eine, über die ich mich ganz besonders gefreut habe, weil sie einige persönliche Sätze enthielt, die mir viel bedeuten. Darauf will ich allerdings jetzt nicht weiter eingehen. Worüber ich etwas erzählen möchte, ist vielmehr das auf der Karte abgebildete Gemälde.

Zeit für die unschönen Dinge im Leben

Es gibt Termine, die werfen einen langen Schatten voraus. Und je näher sie rücken, desto dunkler und unangenehmer wird ihr Schatten. Für mich ist der 15. Mai einer dieser Termine. Nun liegt das weder daran, dass es ein 15. Mai war, an dem 1940 das erste McDonald’s Restaurant eröffnet wurde, noch an der Tatsache, dass Mickey Mouse ihren ersten Filmauftritt zwölf Jahre zuvor an eben diesem Tag hatte. Ganz im Gegenteil habe ich nichts gegen Mickey Mouse und auch nichts gegen McDonald’s. Gut, das mit der Currywurst, das hätte nicht sein müssen, wenn Ihr mich fragt. Aber sei’s drum. Was mir jedes Jahr aufs Neue die Zeit vor dem 15. Mai verleidet, ist die Fälligkeit meiner Steuererklärung an eben diesem Tage.

Wieso, weshalb, warum … ich zum Pfeifenraucher wurde

Letzte Woche hatte meine Schwester die Familie anlässlich ihres Geburtstags zum Abendessen eingeladen. Eine liebe Freundin, die meine Schwester und ich noch aus Kindertagen kennen, war auch dort. Judith – so heißt sie – ist keine Pfeifenraucherin. Umso mehr habe ich mich gefreut als sie mir irgendwann sagte, dass sie trotzdem gerne hin und wieder auf Zungenbrand liest.

Ich weiß gar nicht mehr, wie wir darauf kamen. Vermutlich hing es mit unserem Gespräch über Zungenbrand zusammen. Wahrscheinlich sogar. Nun, wie auch immer. Irgendwann jedenfalls fragte mich Judith, wie ich eigentlich dazu gekommen bin Pfeife zu rauchen.

Der Clubabend

Pfeifenfeuerzeug mit dem Logo des 1. Kölner Pfeifenclubs

Es ist jetzt schon etwas mehr als zwei Wochen her. Es war Freitag, der 8. März, und wenn ich mich richtig erinnere, regnete es. Es war etwas wärmer als in diesen Tagen. Und ich weiß noch, dass ich dachte, es werde endlich Frühling. Nun, so kann man sich irren. Seit Tagen ist es wieder eiskalt. Es ist wie mit dieser Supergrippe, die Deutschland gerade heimsucht: Auch der Winter will und will nicht enden. Aber das ist ein anderes Thema.

Die Gretchenfrage

Ohne Zweifel hat die Welt in den letzten Jahren an Geschwindigkeit zugelegt. Durch das Internet ist der Informationsfluss um ein Vielfaches schneller geworden als noch vor 20 Jahren. Einerseits macht das vieles einfacher. Andererseits müssen wir deshalb auch viel, viel schneller auf viel, viel mehr Informationen reagieren. Die „Dynaxität“ – eine unheilvolle Allianz der beiden Worte „Dynamik“ und „Komplexität“ – hat zugenommen und prägt das Lebensgefühl einer ganzen Generation. Es ist ein Lebensgefühl, das kaum noch Raum kennt für die Dinge im Leben, die Zeit kosten ohne einen direkten Nutzen zu erzeugen. Für so etwas wie Pfeiferauchen ist eigentlich kein Platz mehr in dieser Welt.