Gin Fritz bitte!

Als ich vor ungefähr zwei oder drei Wochen ein Paket erhielt, geschah etwas Seltsames. Ich traf eine Entscheidung. Bevor ich dazu komme, lasst mich Euch aber kurz etwas zum Inhalt des Pakets erzählen. Denn er war der Grund für alles, was dann folgte.

In dem Paket befanden sich eine Flasche des Windspiel Gins, den die Firma Eifelton aus Daun unlängst in den Markt eingeführt hat, das passende Windspiel Tonic Water und eine kleine Schachtel der ebenfalls neuen Windspiel Gin-Pralinen.

Das Bankgeheimnis

Es gibt keine Wahrheit, glaube ich, die öfter ausgesprochen wird als der Satz vom Weg, der das Ziel sei. Aber gerade dadurch ist sie ein wenig zur Banalität verkümmert. Jedenfalls ist das mein Eindruck. Wir tun immer so als hätten wir sie verstanden. Die Wahrheit aber ist: Wir verstehen nichts.

Meine Lieblingsbank auf Ibiza

Außer Atem hecheln wir von Ziel zu Ziel. Wir wollen dieses erreichen, freuen uns auf jenes Ereignis und wünschen es uns besser heute als morgen herbei. Dabei haben wir verlernt, den Augenblick um seiner selbst willen zu lieben. Wir sehen ihn immer nur im Licht unserer Ziele.

Wenn eine Liebe stirbt …

„Dies ist das Geheimnis der Liebe“, hat der Philosoph Friedrich Wilhelm Joseph Schelling einmal gesagt, „daß sie solche verbinde, deren jedes für sich sein könnte und doch nichts ist und sein kann ohne das andere.“ Was Schelling ungefähr gemeint hat, ist die Tatsache, dass wirkliche Liebe nur dann besteht, wenn der Liebende das geliebte Wesen in seiner Eigenheit akzeptiert und nicht kontrollieren will. Zugleich formt die Liebe eine Art gemeinsames Wesen der Liebenden, das zu nichts wird, wenn die Verbindung zwischen ihnen aufhört zu existieren. Schelling hat diese Ansicht 1809 vertreten: Das ist lange her und trotzdem gilt sie immer noch, finde ich. Jede Liebesbeziehung stirbt, wenn der eine den anderen unterwerfen will oder sobald einer nur noch sein eigenes Ding macht. Letzteres Phänomen hat eines der schönsten Liebespaare unserer Zeit getrennt.

Eine Geliebte zur Pfeife

Uns Pfeifenrauchern sagt man mitunter nach, dass wir gerne gegen den Strom schwimmen. Manchmal auch, dass wir ein wenig schrullig sind. Gegen den Strom der jüngsten Medienberichterstattung möchte ich aus gegebenem Anlass jetzt im Kraulstil schwimmen. Allerdings hege ich die geheime Hoffnung, dass das nichts mit Schrulligkeit, sondern mit gesundem Menschenverstand zu tun hat. Aber ich kann mich natürlich auch irren.

Mehr als nur eine Nummer

Wieder ausgegraben: meine erste Pfeife, in der ich als ersten Tabak die 137 geraucht habe

Kennt Ihr das auch: unvermittelt nehmt Ihr einen bestimmten Geruch wahr, und plötzlich ist da so ein Gefühl? Das Gefühl kennen nicht nur Pfeifenraucher. Ich meine das Gefühl, wenn ein Geruch so intensiv angenehm ist, dass einem ein wohliger Schauer den Rücken hinunter läuft. Wenn ich so darüber nachdenke, ist es oft gar nicht die Intensität des Geruchs, die uns so fesselt. Es ist eher so etwas wie die Bedeutung, nicht wahr? Keine konkrete Bedeutung. Mehr eine unscharfe Erinnerung an irgendetwas, das lange her ist und jetzt plötzlich in diesem Geruch irgendwie wieder da ist. Der Geruch ist wie der Vorbote einer Bedeutung und kriecht uns deshalb als Schauer den Rücken hinunter.

Geist der Vergangenheit

Sicherlich kennt Ihr den wunderbaren Film „Die fabelhafte Welt der Amelie“. Amelie, die Protagonistin, beschert ihren Freunden und Verwandten einzigartige Momente, die deren Leben verändern. In die Welt der Beschenkten tritt plötzlich ein Ereignis, das ihr Leben wieder geheimnisvoll macht und ihnen das Gefühl gibt, das Schicksal agiere ein einziges Mal wie ein gütiger Gott.

Was sie alle nicht wissen, ist, dass ihnen nicht ein gütiger Gott gewogen ist, sondern Amelie ihnen eine Freude macht. So etwa schickt sie den Gartenzwerg ihres Vaters ohne dessen Wissen mit ihrer Freundin, einer Flugbegleiterin, in die weite Welt hinaus. Der Vater erhält Reisebilder seines Gartenzwergs aus den verschiedensten Ländern, was ihn schließlich dazu bewegt die Enge seines eigenen Lebens zu durchbrechen und selbst auf Reisen zu gehen.

Einrauchen – von alten Geschichten, neuen Mythen und Teamwork

Nun ist es also soweit: Das neue Jahr hat begonnen, das alte Jahr ist vorüber. Neujahr fühlt sich irgendwie immer an wie ein Neuanfang, nicht wahr? Es ist die Zeit vergangenes Übel zurückzulassen, um aufzubrechen zu einer Reise hin zu neuen Ufern. Wo diese Ufer liegen und was uns dort erwartet, ist freilich noch ungewiss. Aber in den ersten Tagen des neuen Jahres stört uns das nicht. Wir sind zuversichtlich, die Zukunft ist ein Freund, der uns eingeladen hat. Sie wartet auf uns wie ein weißes Blatt Papier auf einen Autor oder eine noch ungerauchte Pfeife auf einen Raucher.Nun ist es aber so, dass uns auch die Vergangenheit immer und immer wieder einlädt. Sie macht sich in der Erinnerung recht hübsch zurecht und wirkt dabei oft viel attraktiver und geheimnisvoller als sie de facto ist. Das allerdings erkennen wir erst, wenn wir ihre Einladung zuungunsten der Zukunft annehmen.

Zwischen Hobby und Zeitgeist

Manchmal sind es die kleinen Dinge im Leben, die den größten Beitrag zum Glück leisten. Das haben wir Pfeifenraucher erkannt, und deshalb lieben wir unser Hobby so sehr. Es macht unser Leben ein kleines bisschen schöner.

Nun könnte man sagen, dass das ja für jedes Hobby gelte, und damit wäre die Geschichte auch schon beendet. Vor einer Woche hätte ich dem vielleicht sogar zugestimmt. Um genau zu sein, hätte ich vermutlich nicht hundertprozentig zugestimmt. Ich hätte mich aber nicht getraut einen Einwand zu formulieren. Wer will sich schon lächerlich machen, und seinem Hobby, bei dem es hauptsächlich um Genuss geht, eine höhere Bedeutung beimessen als eben diese ein Hobby zu sein?

Zimt im Getriebe

Alles im Leben hat einen Wehrmutstropfen. Ist das einmal nicht der Fall, solltet Ihr skeptisch werden. Entweder Ihr habt ihn noch nicht erkannt. In diesem Fall steht eine unangenehme Überraschung bevor. Oder die Sache hat tatsächlich keinen Haken. In diesem Fall indessen genießt die Zeit, die Euch bleibt. Denn eine Sache, die keinen Haken hat, wird schnell langweilig.

Weise, weise, nicht wahr? Nun ja, vermutlich klingt es eher ziemlich neunmalklug, oder? Ob weise oder neunmalklug, jedenfalls versuche ich mir mit diesem Gedanken gerade mein Pfeifen-Weihnachten zu beschönigen. Die Sache ist nämlich die: Ich bin ein absoluter Weihnachtsfan. Ich liebe es, wenn es mit jedem Tag im Dezember besinnlicher wird, bis dann die Zeit selbst in den Tagen „zwischen den Jahren“ fast still zu stehen scheint. Leider hatte ich schon immer auch ein kleines
Problem mit Weihnachten: Zimt.