Mehr als nur eine Nummer

Wieder ausgegraben: meine erste Pfeife, in der ich als ersten Tabak die 137 geraucht habe

Kennt Ihr das auch: unvermittelt nehmt Ihr einen bestimmten Geruch wahr, und plötzlich ist da so ein Gefühl? Das Gefühl kennen nicht nur Pfeifenraucher. Ich meine das Gefühl, wenn ein Geruch so intensiv angenehm ist, dass einem ein wohliger Schauer den Rücken hinunter läuft. Wenn ich so darüber nachdenke, ist es oft gar nicht die Intensität des Geruchs, die uns so fesselt. Es ist eher so etwas wie die Bedeutung, nicht wahr? Keine konkrete Bedeutung. Mehr eine unscharfe Erinnerung an irgendetwas, das lange her ist und jetzt plötzlich in diesem Geruch irgendwie wieder da ist. Der Geruch ist wie der Vorbote einer Bedeutung und kriecht uns deshalb als Schauer den Rücken hinunter.

Weise oder verdammt?

Wir Pfeifenraucher sind anders. Irgendwie besonders, nicht wahr? Ja, seien wir ehrlich, wir sind skurriler aber auch weiser als der Rest der Menschheit. So oder so ähnlich könnte man ein gängiges Vorurteil zusammenfassen, das bei nicht Pfeife rauchenden Menschen weit verbreitet ist. Und wenn wir Pfeifenraucher tief in die Abgründe unserer besonderen, skurrilen und weisen Seele hinabblicken, stellen wir plötzlich fest: Wir genießen dieses Vorurteil. Wer wäre nicht gerne etwas Besonderes? Und wir kokettieren mit diesem Vorurteil – wenn wir es auch nicht wirklich ernst nehmen.

Geschäftsgebaren

Am Donnerstag erreichte mich ein lang erwartetes Paket aus den USA. Ich hatte mir wieder einmal neuen Tabak von Cornell & Diehl bestellt. Mit dabei ein Tabak namens „Easy Times“, eine Mischung aus rotem Virginia, Latakia und 20 Jahre altem Kentucky Burley. Im Klappentext des Tabaks wird er mit folgenden Worten beschrieben:

„A blend that hearkens back to porch settin’ and checkers playin’. Red Virginia is combined with dark fired Kentucky Burley and a bit of Latakia for a classic, laid back American English mixture.”

Geist der Vergangenheit

Sicherlich kennt Ihr den wunderbaren Film „Die fabelhafte Welt der Amelie“. Amelie, die Protagonistin, beschert ihren Freunden und Verwandten einzigartige Momente, die deren Leben verändern. In die Welt der Beschenkten tritt plötzlich ein Ereignis, das ihr Leben wieder geheimnisvoll macht und ihnen das Gefühl gibt, das Schicksal agiere ein einziges Mal wie ein gütiger Gott.

Was sie alle nicht wissen, ist, dass ihnen nicht ein gütiger Gott gewogen ist, sondern Amelie ihnen eine Freude macht. So etwa schickt sie den Gartenzwerg ihres Vaters ohne dessen Wissen mit ihrer Freundin, einer Flugbegleiterin, in die weite Welt hinaus. Der Vater erhält Reisebilder seines Gartenzwergs aus den verschiedensten Ländern, was ihn schließlich dazu bewegt die Enge seines eigenen Lebens zu durchbrechen und selbst auf Reisen zu gehen.

Zimt im Getriebe

Alles im Leben hat einen Wehrmutstropfen. Ist das einmal nicht der Fall, solltet Ihr skeptisch werden. Entweder Ihr habt ihn noch nicht erkannt. In diesem Fall steht eine unangenehme Überraschung bevor. Oder die Sache hat tatsächlich keinen Haken. In diesem Fall indessen genießt die Zeit, die Euch bleibt. Denn eine Sache, die keinen Haken hat, wird schnell langweilig.

Weise, weise, nicht wahr? Nun ja, vermutlich klingt es eher ziemlich neunmalklug, oder? Ob weise oder neunmalklug, jedenfalls versuche ich mir mit diesem Gedanken gerade mein Pfeifen-Weihnachten zu beschönigen. Die Sache ist nämlich die: Ich bin ein absoluter Weihnachtsfan. Ich liebe es, wenn es mit jedem Tag im Dezember besinnlicher wird, bis dann die Zeit selbst in den Tagen „zwischen den Jahren“ fast still zu stehen scheint. Leider hatte ich schon immer auch ein kleines
Problem mit Weihnachten: Zimt.

Ich, der Sünder

Jedes Jahr spät im September kommen sie wieder. Für einige von uns wieder mal viel zu früh. Seit einigen Jahren gegen Ende Oktober kurz durch diverse Grusel- und Kürbisartikel verdrängt, kehren sie im November mit der Wucht eines Tsunamis zurück in die Supermarktregale: die Weihnachtssüßigkeiten. Sie erinnern uns daran, dass bald schon wieder ein weiteres Jahr ins Land gegangen ist. Zeit für einen besinnlichen Rückblick. Zeit auch, einmal die eigenen Sünden kritisch beim Namen zu nennen.

Meine Asian Inspiration

Die Zeit schreitet mit Siebenmeilenstiefeln dem Ende des Jahres entgegen, und auch wenn sie bis dahin noch einige Wochen vor sich hat, so lässt sich für mich bereits ein erstes Resümee ziehen. Denn dieses Jahr hatte etwas, was es von anderen Jahren in meinem Leben unterscheidet. Dieses Jahr stand irgendwie unter einem Motto. Es war und ist mein asiatisches Jahr.

Der Eivissa Pipe Smoker

Ich bin zurück vom wunderschönen Ibiza, und ich habe etwas mitgebracht. Es handelt sich um eine Erfindung, die ich während meines Urlaubs auf der Insel gemacht habe. Eine wirklich großartige … nun ja zumindest interessante Erfindung, wie ich finde.

Es handelt sich um den Eivissa Pipe Smoker. Was das ist, fragt Ihr Euch? Nun, ein wenig Geduld müsst Ihr noch haben. Bevor ich Euch erkläre, was der Eivissa Pipe Smoker ist, lasst mich kurz erzählen, wie es zu dieser Erfindung kam.

Luxus

Luxus – Lateinisch für 1. üppige Fruchtbarkeit; 2. Pracht, überflüssiger Aufwand; 3. Üppigkeit, Ausschweifung, Sittenlosigkeit.

Gestern glitt mein Blick zufällig über den kleinen Hängeschrank an unserer Wohnzimmerwand. Ich stellte fest, dass sich die Vielfalt meiner Tabaksammlung während der letzten Monate deutlich erhöht hatte.

Was war geschehen? War ich gierig geworden? Hatte mich die Verschwendungssucht, die „Ausschweifung“, die „Sittenlosigkeit“, gepackt? Oder war ich überraschend zu Geld gekommen?

Nun ja, zumindest Letzteres kann ich aufrichtig verneinen. Dennoch ist nicht von der Hand zu weisen, dass ich über eine erstaunliche Auswahl an Pfeifentabaken verfügte. Also: Was ist da los?

Kunst, Genuss und Kunstgenuss

Zur DNA der schönen Künste wie Musik, Dichtung und Malerei gehört ein Dilemma. Entweder man ist der Überzeugung, es gebe ein objektiv gültiges Kriterium für gute und damit im klassischen Sinn schöne Kunst. Oder man bezweifelt die Existenz dieses Kriteriums und erklärt Kunst zur Sache des subjektiven Geschmacks.

Im ersten Fall gerät man schnell in die Verlegenheit, das vermeintlich objektive Kriterium auch benennen zu müssen. Und das haut freilich so gut wie nie hin. Entweder man beruft sich auf Instanzen, die etwas zu sagen haben, wie anerkannte Kritiker oder berühmte Künstler, oder man flüchtet sich in die Ideologie. Schön ist dann, was die Ideologie politisch unterstützt. Ein wirklich objektives Kriterium aber hat noch niemand gefunden, oder?