Zeit für die unschönen Dinge im Leben

Es gibt Termine, die werfen einen langen Schatten voraus. Und je näher sie rücken, desto dunkler und unangenehmer wird ihr Schatten. Für mich ist der 15. Mai einer dieser Termine. Nun liegt das weder daran, dass es ein 15. Mai war, an dem 1940 das erste McDonald’s Restaurant eröffnet wurde, noch an der Tatsache, dass Mickey Mouse ihren ersten Filmauftritt zwölf Jahre zuvor an eben diesem Tag hatte. Ganz im Gegenteil habe ich nichts gegen Mickey Mouse und auch nichts gegen McDonald’s. Gut, das mit der Currywurst, das hätte nicht sein müssen, wenn Ihr mich fragt. Aber sei’s drum. Was mir jedes Jahr aufs Neue die Zeit vor dem 15. Mai verleidet, ist die Fälligkeit meiner Steuererklärung an eben diesem Tage.

Ein Jahr Zungenbrand

Ich beim Ausbrüten eines neuen Artikels.

Es gibt nichts, das so schnell vergeht wie die Zeit. Jetzt ist es schon ein Jahr her, seitdem ich mein Pfeifenraucherblog ins Leben gerufen habe. Es kommt mir vor als wäre es gestern gewesen, da mein lieber Freund und Ex-Kollege Peter Manderfeld von Übergrün mich ermutigte und – als ich nicht schnell genug agierte – geradezu bedrängte, endlich ein Pfeifenraucherblog ins Leben zu rufen. Nun ja – vor einem Jahr, im April 2012 war es dann so weit. Und jetzt will ich zurückzublicken auf das vergangene Jahr.

Wieso, weshalb, warum … ich zum Pfeifenraucher wurde

Letzte Woche hatte meine Schwester die Familie anlässlich ihres Geburtstags zum Abendessen eingeladen. Eine liebe Freundin, die meine Schwester und ich noch aus Kindertagen kennen, war auch dort. Judith – so heißt sie – ist keine Pfeifenraucherin. Umso mehr habe ich mich gefreut als sie mir irgendwann sagte, dass sie trotzdem gerne hin und wieder auf Zungenbrand liest.

Ich weiß gar nicht mehr, wie wir darauf kamen. Vermutlich hing es mit unserem Gespräch über Zungenbrand zusammen. Wahrscheinlich sogar. Nun, wie auch immer. Irgendwann jedenfalls fragte mich Judith, wie ich eigentlich dazu gekommen bin Pfeife zu rauchen.

Kleine Typologie der Pfeifenraucher

Pfeifenrauchern sagt man ja nach, dass sie etwas anders sind als die meisten anderen Menschen. Ob sie dabei als individualistischer, gemütlicher oder einfach nur skurril markiert werden sollen, unterscheidet sich von Fall zu Fall. Ich selbst habe diese Erfahrung nicht gemacht. Das mag daran liegen, dass entgegen allen Gerüchten Pfeifenraucher ganz normale Menschen sind. Das mag aber auch daran liegen, dass Skurrile einander nicht als skurril sondern als ganz normal empfinden.

Die Fortsetzung der Toleranz mit rechtlichen Mitteln

Jetzt ist es da. Wir haben es alle kommen sehen. Manche haben es gefürchtet, andere verflucht, wieder andere haben es herbeigesehnt. Und jetzt ist es da: das Rauchverbot in NRW.

Nun ja, in gewisser Weise gibt es ja bereits seit dem 1. Januar 2008 ein Rauchverbot in Kneipen und Restaurants. Dran gehalten hat sich freilich keiner. Also hat die Rot-Grüne Landesregierung jetzt noch eins draufgesetzt. Am Donnerstag hat sie beschlossen, dass ab 1. Mai 2013 striktes Rauchverbot in allen Gaststätten herrschen soll. Ausgenommen sind lediglich private Feiern in geschlossener Gesellschaft.

Der Kontext kann’s

Irgendwann letzte Woche – es muss Dienstag oder Mittwoch gewesen sein – ging ich die Aachener Straße entlang. Da kam mir eine ältere Dame entgegen. Sie lächelte freundlich und grüßte mich mit einem „Hallo“. Da ich die Dame noch niemals zuvor gesehen hatte, war ich einigermaßen überrascht. Ich beeilte mich, ihren Gruß zu erwidern, bevor wir aneinander vorübergegangen waren. Schließlich sollte mir niemand nachsagen können, dass ich ein unfreundlicher Mensch wäre.

Heißgeraucht – ein Pfeifenraucher zur Euro-Krise

Sie ist überall, sitzt mit uns im Großraumbüro und am Tresen, springt uns aus der Zeitung an und poltert aus dem Fernseher in unsere Wohnzimmer. Sie isst mit der Familie zu Abend und hat ein Wörtchen mitzureden, wenn es um die Geburtstagsgeschenke für die Kleinen oder den nächsten Urlaub geht: die Angst vor der Wirtschaftskrise.

Jemand hat einen Presslufthammer in den „Ameisenhaufen Europa“ (Kästner) gehalten. Und jetzt laufen unsere Politiker wie kleine schwarze Punkte durcheinander und versuchen eine Phantastilliarde aufgewirbelter Sandkörner wieder genau so anzuordnen, wie sie waren, bevor der Presslufthammer den Haufen pulverisiert hatte.

Ganz klar: Das Auge raucht mit

Letzte Woche erreichte mich die Nachricht, dass der Tabak- und Pfeifenhersteller Planta seinen drei Image Tabaken ein neues Gewand verpasst hat. Er hat das bekannte bläuliche Design der Verpackung (Pouches) durch ein hellbraunes ersetzt, das an Naturfaserbeutel erinnert. Ansonsten ändert sich jedoch nichts. Der naturbelassene Tabak der Image-Reihe bleibt ohne Zusatz- und Konservierungsstoffe und in seinen drei Sorten Virginia, Latakia und Perique unverändert. Was soll das Ganze also, könnte man fragen: wenn sich sonst nichts ändert, warum dann so ein Tamm-Tamm um die Verpackung?

Pfeiferauchen kann man nicht lernen

Stellt Euch vor, jemand erklärt Euch eindrucksvoll und bis ins kleinste Detail genau, wie man mit einem Motorrad über den Rhein springt. Er sagt Euch, wie schnell Ihr die Rampe ansteuern müsst, wo Ihr losfahren müsst, wie Ihr Euch auf dem Motorrad exakt zu verhalten habt, während Ihr in der Luft seid. Auch vergisst er nicht, Euch auseinanderzusetzen, wie Ihr dann landen und schließlich bremsen sollt. Seine Beschreibung ist perfekt: prägnant, verständlich, realistisch. Aber würdet Ihr den Versuch wagen?

Auf der Suche nach dem verlorenen Raum

Für diese Erkenntnis habe ich lange gebraucht. Aber jetzt weiß ich es: ich bin ein Sommermensch. Der Sommer ist ganz klar meine Jahreszeit. Dafür gibt es viele Gründe. Die meisten will ich Euch ersparen. Aber es gibt einen Grund, der Euch vielleicht doch interessieren könnte. Seitdem ich Pfeifenraucher bin, weiß ich den Sommer nämlich auch deshalb besonders zu schätzen, weil er ein Problem löst. Von diesem Problem möchte ich kurz erzählen.