Kunst, Genuss und Kunstgenuss

Zur DNA der schönen Künste wie Musik, Dichtung und Malerei gehört ein Dilemma. Entweder man ist der Überzeugung, es gebe ein objektiv gültiges Kriterium für gute und damit im klassischen Sinn schöne Kunst. Oder man bezweifelt die Existenz dieses Kriteriums und erklärt Kunst zur Sache des subjektiven Geschmacks.

Im ersten Fall gerät man schnell in die Verlegenheit, das vermeintlich objektive Kriterium auch benennen zu müssen. Und das haut freilich so gut wie nie hin. Entweder man beruft sich auf Instanzen, die etwas zu sagen haben, wie anerkannte Kritiker oder berühmte Künstler, oder man flüchtet sich in die Ideologie. Schön ist dann, was die Ideologie politisch unterstützt. Ein wirklich objektives Kriterium aber hat noch niemand gefunden, oder?