Kunst, Genuss und Kunstgenuss

Zur DNA der schönen Künste wie Musik, Dichtung und Malerei gehört ein Dilemma. Entweder man ist der Überzeugung, es gebe ein objektiv gültiges Kriterium für gute und damit im klassischen Sinn schöne Kunst. Oder man bezweifelt die Existenz dieses Kriteriums und erklärt Kunst zur Sache des subjektiven Geschmacks.

Im ersten Fall gerät man schnell in die Verlegenheit, das vermeintlich objektive Kriterium auch benennen zu müssen. Und das haut freilich so gut wie nie hin. Entweder man beruft sich auf Instanzen, die etwas zu sagen haben, wie anerkannte Kritiker oder berühmte Künstler, oder man flüchtet sich in die Ideologie. Schön ist dann, was die Ideologie politisch unterstützt. Ein wirklich objektives Kriterium aber hat noch niemand gefunden, oder?

Ceci n’est pas une pipe

Irgendwann in der letzten Woche – es muss Montag oder Dienstag gewesen sein – fand ich beim Aufräumen eine Weihnachtskarte im Bücherregal, die mir mein lieber Freund Marcel letztes Jahr geschickt hatte. Nun ja, ich gebe zu, das Motiv ist ungewöhnlich und ganz und gar nicht typisch für eine Weihnachtskarte. Aber Ihr könnt mir ruhig glauben: Es ist wirklich eine. Sogar eine, über die ich mich ganz besonders gefreut habe, weil sie einige persönliche Sätze enthielt, die mir viel bedeuten. Darauf will ich allerdings jetzt nicht weiter eingehen. Worüber ich etwas erzählen möchte, ist vielmehr das auf der Karte abgebildete Gemälde.

Das Böse raucht Pfeife

Vorletzte Woche hatte ich das Vergnügen mir den neuen Film von Quentin Tarantino anschauen zu können. Eigentlich wollten meine Frau und ich uns den „Hobbit“ ansehen. Aber irgendwie passte „Django Unchained“ von den Startzeiten besser. Also rein mit uns in den Western. Und von der zu erwartenden Tarantino-Gewaltästhetik einmal abgesehen, war das wirklich ein erstklassiger Film mit – und jetzt wage ich mich ein wenig aus dem Fenster – mit Tiefgang. Ich rede jetzt nicht davon, dass die Gräueltaten der amerikanischen Sklaverei wirklich abschreckend dargestellt waren. Nein, nein. Ich meine etwas anderes. Ich meine den Deutschen.

Ein wenig Asymmetrie schadet nie

Vor ungefähr zwei Wochen habe ich mir eine neue Pfeife gekauft. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es die Tatsache war, dass mir zu Weihnachten niemand eine Pfeife geschenkt hatte. Vielleicht war es auch einfach nur wieder an der Zeit. Wie auch immer, jedenfalls entschloss ich mich, mir eine neue Pfeife zu gönnen. Zugleich war ich ein wenig skeptisch. In diversen Foren und Onlineshops hatte ich mir viele Pfeifen angesehen. Aber zum Kauf animiert fühlte ich mich nie. Irgendwie war die richtige Shape nicht dabei. Ich entschloss mich deshalb, einfach zu Pfeifen Heinrichs in Köln zu fahren und mich vom Angebot inspirieren zu lassen.

Vom Mann mit der Zeitung

Seit ich im Jahre 2007 die „Sternennacht“ im Museum of Mordern Art gesehen habe, bin ich ein Fan von Vincent van Gogh, der das Gemälde 1889 im französischen Saint-Rémy-de-Provence geschaffen hat. Kein iPad, kein Flatscreen TV vermag Farben so zum Leuchten zu bringen wie van Gogh. Es ist deshalb immer ein Erlebnis seine Bilder im Original bewundern zu können. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass meiner Frau die Ausstellung „1912 – Mission Moderne“ aufgefallen ist, die noch bis Ende des Jahres im Kölner Wallraf-Richartz Museum zu sehen ist. Denn Teil dieser Ausstellung sind auch einige Gemälde van Goghs.Letztes Wochenende waren wir dann dort und haben uns die Bilder angesehen. Und eines ist mir dabei besonders aufgefallen. Nicht nur weil es besonders schön ist, sondern vor allem, weil es mich zum Nachdenken gebracht hat.