Mein Männerschränkchen

Letzte Woche fiel mir die Karriere-Beilage des Handelsblatts in die Hände. Ein Artikel von Sebastian Christ zog meine Aufmerksamkeit auf sich: „Wenn Mann nicht weiterkommt“. Der Journalist berichtet über Fälle von Männerdiskriminierung, die aufgrund der allenthalben laut werdenden Forderungen nach mehr Frauen in Führungspositionen entstehen kann.

Es ist eigentlich logisch: Wenn bei gleicher Eignung die Frau den Posten erhält, wird zwar auf gesellschaftlicher Ebene ein Ungleichgewicht – das zwischen Männern und Frauen in Führungspositionen – verringert, zugleich aber auf individueller Ebene eine Ungerechtigkeit geschaffen: das Geschlecht entscheidet, wer den Job bekommt. In dem Artikel zitiert Christ einen Fall aus einem deutschen Konzern, wo es bereits genau so gekommen ist. Keine guten Aussichten also für die Männer mit Karriereambitionen unter uns Pfeifenrauchern!

Der Kontext kann’s

Irgendwann letzte Woche – es muss Dienstag oder Mittwoch gewesen sein – ging ich die Aachener Straße entlang. Da kam mir eine ältere Dame entgegen. Sie lächelte freundlich und grüßte mich mit einem „Hallo“. Da ich die Dame noch niemals zuvor gesehen hatte, war ich einigermaßen überrascht. Ich beeilte mich, ihren Gruß zu erwidern, bevor wir aneinander vorübergegangen waren. Schließlich sollte mir niemand nachsagen können, dass ich ein unfreundlicher Mensch wäre.

Ganz klar: Das Auge raucht mit

Letzte Woche erreichte mich die Nachricht, dass der Tabak- und Pfeifenhersteller Planta seinen drei Image Tabaken ein neues Gewand verpasst hat. Er hat das bekannte bläuliche Design der Verpackung (Pouches) durch ein hellbraunes ersetzt, das an Naturfaserbeutel erinnert. Ansonsten ändert sich jedoch nichts. Der naturbelassene Tabak der Image-Reihe bleibt ohne Zusatz- und Konservierungsstoffe und in seinen drei Sorten Virginia, Latakia und Perique unverändert. Was soll das Ganze also, könnte man fragen: wenn sich sonst nichts ändert, warum dann so ein Tamm-Tamm um die Verpackung?

Ersatzpfeifen und ungebetene Gäste

Eines ist klar: so etwas braucht kein Mensch. Und am allerwenigsten ein Pfeifenraucher. Nun ist aber die Welt nicht so gebaut, dass man das bekommt, was man braucht, will oder gar verdient. Oh nein! Vielmehr bekommt man immer das, was der Welt gerade in den Kram passt. Die Welt aber ist dummerweise ein eigensinniges und launiges Kind. Anders jedenfalls kann ich mir nicht erklären, dass mich letzte Woche – mitten im Sommer! – eine fiese Erkältung heimgesucht hat. Schnupfen, Husten, Kopf- und Halsschmerzen – das volle Programm, und draußen konstant über 20 Grad.

Willkommen im Club!

Der berühmte Philosoph Immanuel Kant hat dem Menschen einmal eine gewisse „ungesellige Geselligkeit“ zugeschrieben. Damit meinte er den inneren Zwiespalt, den fast alle Menschen in Bezug auf ihre Mitmenschen spüren: Zwar wollen sie harmonisch miteinander leben, teilen und einander helfen. Zugleich will sich jeder einzelne aber gegenüber den anderen absetzen, sich beweisen oder im Extremfall die anderen beherrschen. Wenn ich so darüber nachdenke, dann fällt mir auf, dass dieses Spannungsverhältnis ziemlich genau das widerspiegelt, was man in unserer modernen Arbeitswelt Arbeiten im Team nennt, oder täusche ich mich?

Ich, die Zielgruppe

Wenn alles so läuft, wie es sollte, dann begrüßen wir es, wenn ein Unternehmen genau das anbietet, was wir uns wünschen. Stimmt dann noch der Preis, ist alles gut. Nun ja – nicht alles. Aber zumindest haben wir beim Kauf eines solchen Produkts zu Recht ein gutes Gefühl. Das Marketing des in Rede stehenden Unternehmens hat einen guten Job gemacht.