Ein Jahr Zungenbrand

Ich beim Ausbrüten eines neuen Artikels.

Es gibt nichts, das so schnell vergeht wie die Zeit. Jetzt ist es schon ein Jahr her, seitdem ich mein Pfeifenraucherblog ins Leben gerufen habe. Es kommt mir vor als wäre es gestern gewesen, da mein lieber Freund und Ex-Kollege Peter Manderfeld von Übergrün mich ermutigte und – als ich nicht schnell genug agierte – geradezu bedrängte, endlich ein Pfeifenraucherblog ins Leben zu rufen. Nun ja – vor einem Jahr, im April 2012 war es dann so weit. Und jetzt will ich zurückzublicken auf das vergangene Jahr.

„Jede Reise endet, wo sie mal begann“ – so heißt es in einem Lied der Kölner Band 5vor12, das ich immer wieder gerne höre. Und auch meine Reise führt mich, wenn sie auch noch nicht endet, dennoch zu ihrem Anfang zurück. Zu meinem ersten Artikel. Hier stellte ich mir selbst die Frage, was für eine Art von Raucher ich eigentlich sei. Irgendwie fiel mir aber damals nicht die richtige Antwort ein. Ich schwankte zwischen Gelegenheitsraucher und Nichtraucher.

Heute – nach vielen Gesprächen mit tollen und interessanten Persönlichkeiten der Pfeifen- und Tabak-Branche und regem Austausch mit anderen Pfeifenrauchern – weiß ich es besser. Heute weiß ich, dass ich Genussraucher bin. Insofern war das eine Jahr, in dem ich jetzt schon fast wöchentlich meine persönliche Sicht als Pfeifenraucher über Gott und die Welt hier mit Euch teile, – insofern war dieses Jahr auch eine Reise hin zum Bewusstsein der eigenen Raucheridentität. Eine Selbstfindung könnte man sagen.

Ich hab's schriftlich: Ich bin ein Genussraucher.

Unterwegs dorthin gab es einige Momente, an die ich mich gerne erinnere. Da gab es das Interview mit Peter Heinrichs. In einem wirklich sehr persönlichen und inspirierenden Gespräch ist ein tolles Interview entstanden, wie ich finde. Das Interview hat es dann sogar bis in die Tabakzeitung geschafft.

Bewegende Augenblicke habe ich auch erlebt. Vermutlich werde ich niemals die Abschiedspfeife mit meinem Freund Daniel vergessen, der nach Hawaii ausgewandert ist. Wir saßen bei Minus zehn Grad Kälte in der Gartenlaube, wärmten uns an einem Schwedenfeuer und tranken einen Whisky mit dem passenden Namen Smoky Head. Auch wenn ich mich dank des wie ein Kraftwerk qualmenden Schwedenfeuers noch drei Tage später wie ein geräucherter Schinken fühlte, werde ich die Abschiedspfeife mit Daniel wohl immer in guter Erinnerung behalten.

Das Interview in der Tabakzeitung mit einem Infokasten zu Zungenbrand.

Es gab auch nicht so schöne Geschichten. Ich denke da etwa an die Sache mit meinem Sohn. An das Unglück im Badezimmer, das mich – zumindest an diesem Tag – vom Pfeiferauchen abhielt. Gestattet mir an dieser Stelle ein mahnendes Wort an den Delinquenten: Mein lieber Sohnemann, solltest Du irgendwann in ferner, pubertierender Zukunft allzu sehr gegen Deinen alten Vater aufbegehren wollen, werde ich diesen Artikel definitiv gegen Dich verwenden!

Ein weiteres Highlight des Jahres war ganz sicher auch mein Interview mit Alexander Eckert, dem geschäftsführenden Gesellschafter der ältesten deutschen Pfeifenmanufaktur VAUEN. Übrigens war das mit 785 Pageviews an einem einzigen Tag der in dieser Hinsicht erfolgreichste Beitrag. Gefolgt von meinem Kampf mit dem o-beinigen Bär, der es an einem Tag immerhin auf stolze 699 Pageviews brachte.

Seitenansichten pro Monat auf Zungenbrand im letzten Jahr.

Bedanken möchte ich mich darüber hinaus bei meinem lieben Freund Marcel Wagner, der mir in einem inspirierenden Interview berichtete, wie er sich als Journalist auf Spurensuche nach den ursprünglichen Meerschaumpfeifenschnitzern aus der Türkei gemacht hatte. Auch danke ich Euch, meinen Lesern. Über Eure Kommentare und ermutigenden Zuspruch habe ich mich am meisten gefreut.

Nun habe ich ja weder einen Oskar gewonnen noch den Stein der Weisen gefunden. Also soll es jetzt erst einmal genug sein mit den großen Worten. Lasst mich aber zum Schluss noch etwas zur Zukunft von Zungenbrand sagen: Ich mache so (oder so ähnlich) weiter und möchte noch einige Leser für meinen wöchentlichen Blick auf die Welt aus Sicht eines Pfeifenrauchers gewinnen. Ich hoffe, das ist in Eurem Sinne!

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